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Über Gletscher und Grenzen
die jahrtausendealte Tradition der Transhumanz in den Alpen
Verfasser/in:
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Gambicorti, Mauro; Salzer, Anja K.
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Verfasserangabe:
Mauro Gambicorti, Anja K. Salzer
Jahr:
[2017]
Mediengruppe:
B.Sach.Erw/L.sagg.ad
Zweigstelle | Standorte | Status | Vorbestellungen | Frist |
Zweigstelle:
OS Landw. - Auer
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Standorte:
Ha 3
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Status:
Verfügbar
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Vorbestellungen:
0
|
Frist:
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Ein unsterblicher Fotoband braucht ein Motiv, das einen bis in die Träume hinein verfolgt, und einen Begriff, bei dem andere nachfragen müssen, wenn man davon erzählt.Der Fotograf Mauro Gambicorti und die Kulturanthroposophin Anja Salzer liefern beides, indem sie Gletscher und Grenzen durchlässig machen. Er fotografiert wie wild Kühe, Schafe und grinsende Hirten, dass man glaubt, irgendwo an der Grenze zwischen North und South Dakota hin und herzuspringen, sie stellt den Begriff der Transhumanz vor, den sie im Kaukasus und in Aserbeidschan erforscht hat."Transhumanz ist eine Sonderform räumlicher Mobilität bei viehhaltenden Gruppen in montanen Zonen." (8) Gemeint ist also der Jahrtausendealte Zug der Menschen und Tiere über die Gletscher der Alpen.Im Bildband sind die fünf Hauptrouten der Südtiroler Transhumanz vorgestellt und mit Giga-Fotos dokumentiert.Von Mals nach Rasass | Vom Vinschgau über das Schnalstal bis ins Ötztal | Vom Pfitschtal ins Zillertal | Vom Ahrntal ins Krimmler Achental | Von Rein in Taufers ins Defreggental.Im Begleittext ist die Rolle der Hirten als freiwillige Außenseiter gewürdigt, mittlerweile haben sich Kommunikation und Lebensmittel verändert und an die sogenannte Zivilisation angepasst, einzig die Hemden sind oft noch kariert und Foto-bunt, wenn eine Kamera in der Nähe ist.Apropos Kamera, viele dieser Auftriebe und Umtriebe sind natürlich inszeniert und wie in der Mongolei zu einem touristischen Spektakel verkommen. In Südtirol gilt es, die alten Weiderechte nicht verfallen zu lassen und die Prämien der EU zu kassieren. Dass dabei auf jedes Schaf ein gaffender Tourist kommt, sieht man sogar den Fotos an, wenn man an die Ränder der Tierleiber geht.Da glänzen im Tal große parkende Seen von abgestellten Autos der Schaulustigen, die zum Viehtrieb angefahren sind. Und auch das Vieh wird mit Sattelschleppern bis an die Schneegrenze gekarrt und erst entladen, wenn die Kameras aufgestellt sind.Immer wieder hat man den Eindruck, dass das Verhältnis Klischee und Wirklichkeit unförmig ist. Entweder sind zu viele Kühe in der Landschaft, oder zu viele Fotografen fotografieren sich selber, oder die Technik pfuscht in die Idylle, weil auch im Hochgebirge kaum noch Natur für ein Bild zur Verfügung steht. Besonders hässlich-schön geht es am Schnalstaler Gletscher zu, wo die abgefackte Hotelindustrie ungebremst in die aufgeputzten Rücken der Herde purzelt.Der Bildband überschreitet im großen Gestus Gletscher und Grenzen, aber man merkt es an allen Ecken und Enden, dass hier etwas Schleichendes zu Gange ist, das sich in ein paar Jahren so nicht mehr abbilden lassen wird. - Ein Dokument an einer Epochengrenze.Helmuth Schönauer (Pool Feuilleton//www.biblio.at)
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Verlag:
Bozen, Edition Raetia
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Systematik:
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Ha 3
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ISBN:
978-88-7283-592-0
Beschreibung:
255 Seiten
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Sprache:
deutsch